Station 7: Palettenhochbeet und Gruselscheune

 

Im Laufe der Führung wirst Du verschiedene Arten von Beeten kennenlernen, das Prinzip ist aber mehr oder weniger das gleiche. Im Inneren der Beete ist organisches Material von grob nach fein aufgeschichtet: Stämme, Äste, Häcksel, eine Schicht abgelagerter Kaninchenmist, Laub, Erde. Gemulcht wird die Erde mit Rasenschnitt oder Stroh oder was halt gerade verfügbar ist.

Dennoch zeigt sich, dass die Beete ganz unterschiedlich gut funktionieren. Manche sind praktisch ein Selbstläufer und das Gemüse wächst fast ohne Zutun, andere Beete sind anfällig für Unkraut, die Pflanzen wachsen langsamer oder es gibt andere Probleme.

 

Wir fangen hier bei dieser Station mit einem ganz klassischen Hochbeet an, wie man es in vielen Gärten findet – ich habe es allerdings nicht aus schicken Materialien aus dem Baumarkt gebaut sondern mit beschädigten Paletten, die kostenlos zu bekommen waren.

Es ist mein Ziel, möglichst wenig für den Garten kaufen zu müssen, sondern vieles soll wiederverwendet werden oder Dinge werden zweckenfremdet. Dieses Upcycling soll nicht nur Geld sparen sondern auch vorhandene Ressourcen schonen.

 

Hier im Hochbeet wachsen verschiedene Gemüsesorten: Möhren, Rote und Gelbe Bete, Tomaten, Salat, Zwiebeln, Knoblauch.

 

Siehst Du die eingegrabenen Tontöpfe? Das sind sogenannte Ollas. Es sind zwei zusammengeklebte Blumentöpfe aus unglasiertem Ton. Die Öffnung unten ist verschlossen. Die Olla wird mit Wasser gefüllt und gibt dies langsam direkt an die Wurzeln der Pflanzen ab. Dadurch verdunstet das Wasser beim Gießen nicht ungenutzt an der Oberfläche sondern gelangt direkt an die Wurzeln. Durstige Pflanzen wie Tomaten können somit im Sommer fast ohne zusätzliches Gießen auskommen.

 

Rechts und links vom Hochbeet siehst Du kleine aufgeschichtete Haufen aus Sandsteinen. Sie bieten Lebensraum für kleine Nagetiere, Eidechsen und diverse Insekten. Schottergärten tun dies übrigens nicht, da die Vielfalt fehlt. Eidechsen mögen zwar warme Steine, aber sie möchten ja auch Insekten fressen, die finden sich in Steingärten eher weniger.

Blick zurück Richtung Bahnhof (2018) - hier ist heute der Kindersandkasten
Blick zurück Richtung Bahnhof (2018) - hier ist heute der Kindersandkasten

In der Grusel-Eternit-Scheune auf der rechten Seite wurde früher vermutlich Streusalz gelagert, da die Straßenmeisterei hier auch eine Lagerstelle hatte. Aus jedem verfügbaren Material (Eternit, Resteholz, Kaffeesäcke(!), Lederlappen(!) und sonstigem Schrott wurde diese Halle gebaut - im Prinzip keine schlechte Idee, jedoch hier nicht sehr langlebig und vor allem nicht dekorativ umgesetzt. Das einzig erhaltenswerte ist die Holzkonstruktion, diese ist tatsächlich noch weiter nutzbar.

 

Mein Traum (für das Jahr 2030 - vorher ist vermutlich keine Zeit dafür) wäre es, diese Scheune nach dem Vorbild eines sogenannten Earthship-Hauses umzubauen.

Ein Earthship ist ein passiv-autarkes Haus, das ebenfalls aus Recycling-Materialien gebaut ist (z.B. Autoreifen, alten Weinflaschen, Strohballen) - jedoch nicht so schäbig wie diese Scheune.

 

Integriert ist oft ein Gewächshaus und das würde sich an dieser Stelle für den Anbau von temperaturempfindlicheren Kulturen und Zitrusfrüchten oder Avocados sehr anbieten.

 

Ein Earthship aus Recycling-Materialien mit integriertem Gewächshaus
Ein Earthship aus Recycling-Materialien mit integriertem Gewächshaus