Station 9: Karottenhochbeet und Strohballenbeete

 

(Wenn Du einen strengen Geruch bemerkst, der kommt von dem blauen Fass mit Brennnesseljauche – stinkt wie die Pest)

 

Zunächst kannst Du in dem Kastenhochbeet schauen, wie viele Pflanzenarten Du erkennst. Auf kleinstem Raum drängen sich hier Karotten, Zwiebeln, Auberginen, eine Tomate und verschiedene Blumen wie z.B. Rainfarn, Phacelia oder Ringelblumen. Alle Pflanzen scheinen sich tatsächlich eher gegenseitig zu begünstigen und die Ernten aus dem kleinen Beet sind bisher hervorragend.

 

Im ehemaligen Ziegengehege geht es weiter: dort wächst das Gemüse in Strohballen!

 

Ich probiere alle Anbauarten aus, in denen Gemüse getrennt vom Boden wachsen kann.

Die Strohballen werden zunächst 14 Tage lang abwechselnd gedüngt (mit Brennnesseljauche und gekauftem veganen Dünger) und gewässert.

 

Dadurch beginnt im Inneren die Zersetzung des Strohs und sie werden weich und fruchtbar. Nach etwa 4 Wochen können sie dann bepflanzt werden.

Wie man sieht, fühlen sich die Gemüsepflanzen recht wohl auf den Strohballen und der größte Vorteil ist, dass kaum Unkraut auf ihnen wächst. Am Ende der Saison kann dann der zusammengefallene Strohballen zum Mulchen von anderen Beeten verwendet werden.

 

Der (bisher) einzige Nachteil ist, dass die Vorbereitung sehr lange dauert, häufiger nachgedüngt und die Strohballen bei großer Hitze mehr bewässert werden müssen - und sie sind nur ein Jahr benutzbar.

  

Fast alle Pflanzen im Garten habe ich selbst aus Samen gezogen und möglichst direkt unter echten Bedingungen groß gezogen. Die Tomaten standen seit März fast durchgängig draußen und haben Nächte mit bis zu 2 Grad durchgemacht – für Tomaten schon sehr kalt. Sie sind deshalb bisher teilweise etwas kleiner als man es von den Tomaten kennt, die im Gewächshaus angezogen wurden.

Aber die Pflanzen, die es geschafft haben, sind deutlich robuster und widerstandsfähiger, als die Kollegen, die zuvor nur Wärme und Kunstlicht kennengelernt hatten. Und wenn die Bedingungen stimmen, holen die Pflanzen es im Wachstum auch wieder auf. Bei den heißen Tagen im Moment kann man den Tomaten praktisch beim Wachsen zuschauen.

 

Der Dauerregen der letzten Wochen hat es aber auch den robusteten Freilandtomaten extrem schwer gemacht und es zeigen sich nun leider doch Anzeichen der gefürchteten Kraut- und Braunfäule (eine Pilzkrankheit). Ich hoffe, dass das rigorose Entfernen der befallenen Pflanzenteile und das Sprühen mit meiner Allheil-Rezeptur (Knoblauch, Natron, Rapsöl und Neemöl) die übrigen Tomaten retten kann. Etwa 10 Pflanzen mussten leider komplett entsorgt werden.

 

Dieses Jahr beinhaltet von allen Widrigkeiten (Eiseskälte, Nässe, Trockenheit, Hitze) etwas, ich denke das ist ein Vorgeschmack auf die nächsten Jahre. Da muss man sich als Gärtner einfach drauf einstellen.